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 Mikrobielle Kontaminationen in Fruchtsäften und Softdrinks

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Welche Art von mikrobieller Kontamination existiert in Fruchtsäften und warum sind diese problematisch? 

Softdrinks und Fruchtsäfte sind ein fester Bestandteil der Ernährung der meisten Menschen. Die Konsumenten werden immer anspruchsvoller und vergeben und vergessen weder schlechten Geschmack noch schlechte Qualität.

Mikroorganismen können auf unterschiedlichen Wegen, z.B. über Rohstoffe oder kontaminierte Materialen und Werkzeuge in den Produktionsprozess eingebracht werden und beeinflussen die Qualität und den Geschmack von Softdrinks und Fruchtsäften negativ. Hierbei können sowohl Bakterien, Hefen wie auch Schimmelpilze als sogenannte Spoiler auftreten:

Thermoacidophile Sporenbildner (Alicyclobacillus spp.)

In säurehaltigen Säften gelten Alicyclobacillus, besonders A. acidoterrestris, als wichtigste Verderbserreger: Ihre Sporen überstehen übliche Pasteurisationsbedingungen, keimen anschließend aus und verursachen „flat sour“-Verderb mit phenolischen OffFlavours (u. a. Guajakol). Das macht Alicyclobacillus zu einem globalen Qualitätsrisiko in der Saftindustrie.

Säuretolerante Bakterien

Laktobazillen und Leuconostoc Arten können – besonders in safthaltigen Softdrinks – Trübung, Gasbildung und „Ropiness“ (DextranSchleimbildung) verursachen; eine Konservierungsstoff Toleranz ist hierfür beschrieben.

Pathogene in nicht pasteurisierten Säften

Obwohl die niedrige pH-Wert Umgebung das Wachstum vieler Pathogene hemmt, sind Ausbrüche mit E. coli O157:H7, Salmonella oder Cryptosporidium nach dem Konsum unbehandelter Säfte dokumentiert.

HefeSpoiler (v. a. Zygosaccharomyces bailii)

Hefen sind in sauren, zuckerreichen Getränken die wichtigsten Verderbserreger.  Z. Bailii  ist berüchtigt für seine extreme Resistenz gegen Benzoat/Sorbat, wächst bei niedrigem pH und kann trotz Konservierungsstoffen gären – mit Trübung, CO₂-Überdruck, Alkoholbildung und Flaschen-/Dosenaufblähungen als Folge.

Hitzeresistente Schimmelpilze (Ascosporenbildner)

Arten wie Byssochlamys und Talaromyces bilden Ascosporen, die Wärmebehandlungen in Fruchtsäften überstehen. Sie führen zu Trübungen, Sedimenten und sensorischen Abweichungen; einige Spezies sind zudem für Mykotoxinbildung bekannt, was die Bedeutung einer robusten Prozesskontrolle unterstreicht.

Kontaminant Eigenschaften Typische Probleme
Alicyclobacillus spp. Thermo und säuretolerant, Sporenbildner Phenolischer Fehlgeschmack Guajakol, kein Gas
Zygosaccharomyces bailii Hefen, konservierungsmittelresistent Gärung, CO2 Bildung, Trübung, Überdruck
Byssochlamys, Talaromyces Schimmel, hitzeresistente Ascosporen Sedimente, Trübung, Mykotoxine
Lactobacillus, Leuconostoc Säuretolerante Milchsäurebakterien Trübung, Gasbildung, Ropiness
Pathogene E. coli, Salmonella In Rohsäften, säuretolerant Gesundheitsrisiko, Ausbrüche
Gelangen Spoiler, sei es durch Toleranz gegenüber Konservierungsstoffen oder thermischen Konservierungsmethoden, Fehlfunktionen im Konservierungsprozess oder durch nachgelagerte Kontamination in die Endprodukte beseht ein großes Risiko zur Ausprägung des Schadbildes auf dem Weg zum oder beim Konsumenten.

Wie können derartige Kontaminationen erkannt werden? 

Für die mikrobielle Kontrolle der Endprodukte oder eine vorgelagerte In-Prozesskontrolle stehen verschieden Verfahren zur Verfügung:

Kulturabhängige Verfahren (Goldstandard, aber langsam)

Plattierungen auf Gesamtkeim- und Selektivmedien liefern koloniebildende Einheiten (KBE) und Identifizierung; spezifische Protokolle existieren für Alicyclobacillus (Anreicherung/Selektivmedien). Der Zeitbedarf (typisch 2–7 Tage) limitiert jedoch Inprocess Entscheidungen. 

Molekularbiologische Nachweise (PCR/qPCR)

Für Schlüsselspoiler (Alicyclobacillus, Z. bailii) stehen validierte PCR Assays zur Verfügung, die Spezifität und Geschwindigkeit kombinieren. Für Routine Screenings in der Getränkeindustrie werden qPCR-Kits angeboten und insbesondere für den frühen Nachweis in Säften und Softdrinks genutzt.

Metabolit/Markerbasierte Verfahren

Guajakol als AlicyclobacillusSpoilagemarker kann per GCMS/HPLC/GCO detektiert werden – ein hilfreicher Indikator, wenn sensorische Prüfungen unsicher sind.

ATP Biolumineszenz (HygieneMonitoring & Rapid Microbiology)

ATPbasierte Methoden liefern schnelle Hinweise auf lebende Biomasse und sind in Normkapiteln (z. B. USP < 73 >) als risikobasierte Schnellmethode für kurzlebige Produkte beschrieben – für Freigabeentscheidungen und Prozesshygiene, wenngleich nicht artenspezifisch.

Durchflusszytometrie mit Vitalfärbung (schnelle, quantitative Lebensfähigkeitsanalyse)

FlowZytometrie quantifiziert in Minuten bis < 1 h Gesamt- und Lebendzellzahlen, differenziert „live/dead“ über Fluorophore (z. B. EnzymSubstrate wie cFDA oder Nukleinsäurefarbstoffe) und eignet sich für prozessnahe Stichproben – ohne langwierige Inkubation. Studien und Praxisberichte zeigen die Eignung für Lebensmittel- und Probiotika-Analytik.

Durchflusszytometrie mit Genproben und In-Situ Hybridisierung (z.B. FlowVIT® Alicyclobacillus oder FlowVIT® Dekkera anomala)

Das Flow VIT®-Verfahren kombiniert fluoreszenzbasierte Gensondentechnologie (VIT®) mit Durchflusszytometrie, um lebende Mikroorganismen in Proben schnell und spezifisch nachzuweisen (Time-2-result < 3h ). Spezifische DNA-Sonden binden direkt an Zielstrukturen in den Zellen, die anschließend im Durchflusszytometer automatisch detektiert und quantifiziert werden. Dadurch entfällt die Kultivierung, und Ergebnisse liegen innerhalb weniger Stunden vor – mit hoher Sensitivität und Spezifität, auch in komplexen Matrizes.

Anwendung in Säften/Softdrinks: SysmexPartec CyStain™

Für die Getränkequalitätssicherung bietet SysmexPartec mit CyStain™ VitalCount ein Reagenzien-Kit, das die unspezifische Detektion vitaler Mikroorganismen in Fruchtsaft und Getränkeproben per Durchflusszytometrie ermöglicht. Das Kit nutzt einen Vitalfarbstoff und ist für die Sysmex-Partec Durchflußzytometer  vorkonfiguriert (MessTemplates verfügbar). Paketinhalt und Auslegung sind auf schnelle Inprocess-Kontrollen und die Endproduktkontrolle in Mikrotiterplatten ausgelegt (bis zu 480 Tests/Kit). Eine automatsiche Probenvorbereitung über Pipettierroboter ist möglich. Damit lassen sich hohe Probenzahlen zügig screenen, Trends erkennen und Entscheidungen (z. B. Chargenfreigabe, CIPOptimierung) beschleunigen – komplementär zu Kultur und PCR. 
Prozessablauf / Analyseablauf VitalCount
Prozessablauf / Analyseablauf VitalCount

Flow VIT® Alicyclobacillusvon vermicon AG ist ein Schnellnachweisverfahren, das VIT®-Gensondentechnologie (fluoreszenzbasierte In-situ-Hybridisierung) mit Durchflusszytometrie kombiniert. Es ermöglicht die spezifische und schnelle Detektion lebender Alicyclobacillus-Zellen, einschließlich der kritischen Art A. acidoterrestris, in Fruchtsäften, Konzentraten und ähnlichen Matrizes – typischerweise nach kurzer Voranreicherung. Die Auswertung erfolgt automatisiert mit vorkonfigurierten Messtemplates im Sysmex-Partec Zytometer und liefert Ergebnisse in wenigen Minuten, wodurch zeitaufwendige Kulturverfahren ersetzt oder ergänzt werden können. 

Takeaway für Entwickler & QA/QC:

  • Saure Produkte sind nicht immun gegen Verderb: Alicyclobacillus, resistente Hefen und hitzestabile Schimmel erfordern frühe, prozessnahe Detektion. 
  • Schnellmethoden verkürzen die TimetoDecision – ideal als Ergänzung zu Kultur. CyStain™ VitalCount liefert rasche Vitalitäts-Counts direkt aus Saft-/Softdrink-Matrizes und lässt sich in bestehende QC-Workflows integrieren. 

Wenn Sie wissen möchten, wie CyStain™ VitalCount und FlowVit® Alicyclobacillus in Ihrem Prozessfenster (Matrix, pH, Konservierungsstoffe) performt oder wie Sie Kultur, PCR und Durchflusszytometrie effizient verzahnen, unterstützen wir gern mit einer maßgeschneiderten Lösung für Ihre Linie.

Unsere Lösungen

für die mikrobiologische Qualitätskontrolle in Fruchtsäften und Softdrinks finden sie hier: Mikrobiologische Analyse für Getränke – Qualitätssicherung mit Durchflusszytometrie | Beverages – Sysmex Partec | Flow Cytometry Made in Germany

Let’s flow together!

Mehr über die Sysmex Partec GmbH und den direkten Kontakt zu unserem Team finden Sie hier:

www.sysmex-partec.com/kontakt

Sysmex Partec GmbH
+49 3581 8746 0
info@sysmex-partec.com
Arndtstraße 11 a–b, 02826 Görlitz

Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier:
www.sysmex-partec.com/kontakt

Ob Fragen, Ideen oder konkrete Projektanfragen, wir freuen uns über den Austausch mit Ihnen.

Mit unseren innovativen Flowzytometrie-Lösungen ermöglichen wir präzise, schnelle und zuverlässige Tests zur mikrobiologischen Qualitätskontrolle und Prozessoptimierung – in den Branchen Getränke, Lebensmittel, Kosmetik, Wasser, Papier und Ploidie.

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag: 8:00 – 16:00 Uhr
Samstag & Sonntag: Geschlossen

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